Über mich

„Wer bin ich, und warum bin ich ein Zebra?“

Das ist eine gute Frage, die ich gerne beantworte.

Mein Name ist Mira, und seit meiner Kindheit ist Essen meine große Leidenschaft. Noch heute erinnern sich Freunde an Rezepte, die ich als Kind ausprobiert habe – wie das Karamell, das ich auf meinem kleinen Herd gekocht habe! Ich bin in einem Haushalt voller leidenschaftlicher Köch:innen aufgewachsen, in dem natürliche, unverarbeitete Lebensmittel eine Selbstverständlichkeit waren – ich wurde also schon früh verwöhnt.

Doch meine Liebe zum Essen war immer auch eng verbunden mit einem langen, oft schwierigen Kampf mit meiner Gesundheit. Schon als Kind hatte ich immer wieder gesundheitliche Probleme. Ich litt unter Fieber, Bauchschmerzen und ständigen Verletzungen, die ich meiner „Ungeschicklichkeit“ zuschrieb. In der Schule hatte ich Schmerzen beim Halten eines Stiftes, kämpfte mit Tendinitis und wurde von unerbittlichen Kopfschmerzen geplagt, die später zu Migräne wurden. Als die Pubertät einsetzte, begleiteten mich extreme Menstruationsschmerzen, die mich nahezu bewegungsunfähig machten. Diese Beschwerden wurden stets als „Wachstumsschmerzen“ oder „normale Teenager-Probleme“ abgetan.

Mit Mitte 20 war der Zustand unerträglich. Die Verdauungsprobleme, mit denen ich schon immer zu kämpfen hatte, nahmen ein Ausmaß an, das ich nicht mehr ignorieren konnte. Meine Verdauung brach immer wieder zusammen, oft tagelang oder wochenlang – ich fühlte mich ständig aufgebläht, hatte Übelkeit und konnte kaum noch etwas essen, ohne starke Schmerzen zu haben. Soziale Anlässe wurden zur Qual, da ich meine Krankheit versteckte und mich zwang, „durchzuhalten“, um nicht aufzufallen. Die Schmerzen wurden intensiver, neue Symptome wie Gelenkprobleme, chronische Müdigkeit und Konzentrationsstörungen traten auf. Migräne wurde zu einem täglichen Begleiter. Die Ärzte, die ich aufsuchte, gaben mir wenig Hoffnung. Meine Blutwerte waren immer „normal“, und häufig hörte ich abfällige Bemerkungen wie: „Das ist alles nur in deinem Kopf“ oder „Versuch es doch mal mit Yoga und Meditation.“ Diese Erfahrungen des Gaslightings führten dazu, dass ich mich zunehmend isoliert und hoffnungslos fühlte.

In meiner Verzweiflung entschied ich mich, eine vegane Ernährung für einen Monat auszuprobieren – einfach um zu beweisen, dass es, wie so vieles, nichts ändern würde. Doch bereits nach drei Tagen begannen sich meine Verdauung und mein Wohlbefinden zu verbessern. Die Übelkeit verschwand, und zum ersten Mal fühlte ich mich satt, ohne Schmerzen. Es war eine Offenbarung! Mit der Zeit nahmen auch meine Periodenschmerzen drastisch ab, von einer 10/10 auf eine erträgliche 5/10. Diese Erfahrung eröffnete mir eine völlig neue Perspektive auf die Verbindung zwischen Ernährung und Gesundheit. Ich stürzte mich in die Recherche und begann, mich intensiv mit Ernährung auseinanderzusetzen, um anderen zu helfen, durch die richtige Ernährung Erleichterung zu finden.

Doch meine gesundheitlichen Probleme waren noch lange nicht vorbei. Während meiner Ausbildung zur Konditorin verschlechterte sich mein Zustand weiter. Eine Glutenunverträglichkeit kam hinzu, und die Schmerzen in meinem unteren Rücken machten es mir schwer, überhaupt noch zu gehen. Obwohl ich die Prüfungen mit Mühe bestand, brach mein Körper danach völlig zusammen. Ich konnte nicht mehr richtig laufen und verfiel in eine Depression. Der Weg zurück war lang: Physiotherapie, psychologische Unterstützung und schließlich die lebensverändernde Diagnose ADHS brachten Klarheit über viele meiner Probleme. Doch viele Rätsel meines Körpers blieben weiterhin ungelöst.

Erst mit 32 Jahren, nach Jahrzehnten der Suche und zahllosen Ärzten, die mich abwiesen, wurde bei mir das hypermobile Ehlers-Danlos-Syndrom (hEDS) diagnostiziert – eine seltene genetische Bindegewebserkrankung. Endlich fügten sich die Puzzleteile zusammen. Ich weiss nun endlich gegen was ich ankämpfen muss und auch hier kann die Ernährung eine große rolle in der Symptomeindämmung spielen!

Und warum bin ich ein Zebra?

Ärzte lernen, „Wenn du Hufgeräusche hörst, denke an Pferde, nicht an Zebras“ – das bedeutet, dass sie sich auf die häufigsten Diagnosen konzentrieren sollen. Doch wir, diejenigen mit seltenen Krankheiten, sind die Zebras: missverstanden, ignoriert und oft mit der Aussage „zu jung“, „zu selten“ oder „zu viel“ konfrontiert. 

Diese Seite ist mein Weg, Rezepte zu teilen, die mir geholfen haben, wieder gesünder zu werden. Ich weiß, wie überwältigend Diätvorschriften sein können und wie schmerzhaft es ist, die Freude am Essen zu verlieren. Aber ich weiß auch um die Kraft der richtigen Nahrung, die unseren Körper nährt und heilt.

Lasst uns eine Gemeinschaft von Zebras und Freunden schaffen, die sich gegenseitig unterstützen, Liebe teilen und Heilung durch Essen erfahren. Schickt mir gerne eure Rezepte – ich würde sie gerne im Abschnitt „Rezepte von Freunden“ vorstellen.